Die kleine Schildkröte Jabalou

Die kleine Landschildkröte Jabalou kam über viele Umwege aus Sizilien in das kalte Deutschland und nach Nürnberg. Sie war noch so furchtbar klein, dass ihr Panzer noch ganz weich und ihre Haut durchsichtig war. Sie landete bei einer Familie, die sich sofort in dieses kleine, unschuldige Wesen verliebte und sie adoptierten.
Jabalou fühlte sich vom ersten Tag an sooo wohl bei ihrer neuen Familie. Immerhin hatte sie dort ein Gehege auf einer großen Loggia, auf die den ganzen Tag die Sonne schien. Zwei ältere Artgenossen hatte es dort auch, mit denen sie den ganzen Tag in der Sonne liegen und spielen konnte und es gab immer leckeres Essen. Besonders gerne mochte sie Erdbeeren, die sie so gierig aß, dass sie danach immer mit einem roten Kussmund herumstolzierte. Sie liebte es besonders, mit ihrer Ziehmama zu spielen und ihr hinterherzulaufen – ja, das ist sehr ungewöhnlich, eigentlich machen Schildkröten sowas nicht. Doch Jabalou war eine sehr besondere Schildkröte, denn am allerliebsten schlief sie am Abend bei ihrer Menschenmama. Dazu holte diese sie zu sich auf die Couch, zog ihr Shirt hoch und setzte Jabalou auf den nackten Bauch. Die Wärme der Haut und die Nähe ihres Menschen ließ Jabalou stundenlang so verharren und genießen.
Jabalou war auch eine echte Heldin und hatte dazu noch unsägliches Glück. Eines Tages nämlich wurde sie von ihrer Sonnenloggia, die sich im dritten Stock eines Wohnhauses mitten in der Stadt befand, von einem riesengroßen schwarzen Raben geklaut. Nur durch Zufall bemerkte ihre Familie den Raben und dass Jabalou auf einmal weg war und verfielen sofort in Panik! Bestimmt hatte der Rabe sie weit weg geflogen und gefressen oder irgendwo fallen lassen – sicher war, die kleine Jabalou war für alle Zeiten verloren. Die Familie war voller Trauer. Stunden später verließ ein immer noch betrübtes Familienmitglied das Haus und warf dabei nur durch Zufall einen Blick in das Blumenbeet vor dem Eingang. Und siehe da….wer saß da zwischen den Rosen? Die kleine freche Jabalou. Der Rabe hatte sie fallen lassen. Ob genau an dieser Stelle oder ob Jabalou ein Stück zurück zu ihrem Heim laufen musste – dies wird ein ewiges Rätsel bleiben?! Natürlich war die Freude riesengroß – Jabalou war wieder da. Und sie hatte ihren aufregenden Ausflug und den Sturz gut überstanden. Ihr Panzer war heile geblieben und auch sonst fehlte ihr nichts. Nur eine Kralle am Vorderfuß war abgebrochen. Diese wuchs auch nicht mehr nach, so lange Jabalou lebte und erinnerte die Familie immer an den Ausflug der kleinen Schildkröte, die fliegen konnte.

Die Geschichte einer so besonderen kleinen Schildkröte inspirierte Natascha Tiberi dazu, ihre neue Marke nach Jabalou zu benennen. So lebt der kleine Racker nun noch ewig in all ihren schönen Kreationen weiter und macht weiterhin vielen Menschen Freude!!!

geschrieben von: Julia Petschner